Von Leistungsfähigkeit, Strahlenbelastung und Hygiene – „Was Sie schon immer wissen wollten …“ 2017

Zum Abschluss der Schulfesttage 2017 präsentierten Schülerinnen der zwölften Klassen am gestrigen Donnerstagabend ihre Seminarfacharbeiten als Teil der traditionsreichen Vortragsreihe „Was Sie schon immer wissen wollten …“. Vor den bevorstehenden Abiturprüfungen vollendeten sie damit den zweijährigen Erarbeitungsprozess und bekamen die Gelegenheit, ihre außerordentlich gelungenen Werke der interessierten Öffentlichkeit darzubieten.

Was Sie schon immer wissen wollten 2017: Gruppe "Leistungsfähigkeit von Schülern"

Viktoria Woydt, Marielle Wolf, Marie Wunder und Elisabeth Fischer (v.l.n.r.) präsentierten ihre „Untersuchungen der geistigen Leistungsfähigkeit von Schülern des Dr.-Konrad-Duden-Gymnasiums“.

 
Eröffnend referierten Elisabeth Fischer, Marielle Wolf, Viktoria Woydt und Marie Wunder zur geistigen Leistungsfähigkeit der Schüler unseres Gymnasiums, die sie durch umfangreiche, im Intervall einer halben Stunde erfolgende Tests gemessen hatten. Im Rahmen der Untersuchungen hatte die Gruppe eigens den von ihr benannten „Linientest“ entwickelt und mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums durchgeführt. Die Probanden waren aufgefordert, in der Mitte zwischen zwei Linien eine stete und präzise dritte Linie zu zeichnen. Der „Linientest“ erziele nach Einschätzung der Gruppe im Gegensatz zu vergleichbaren Untersuchungsmethoden seine Schwierigkeit nicht durch ein zeitliches Limit und ergänzte die anderen Untersuchungsmethoden der Gruppe. Ihr Seminarfachbetreuer lobte im Folgenden die Seminarfacharbeit und besonders den Eifer der vier Schülerinnen in der Auswertung der mehr als 1000 Testbögen.

Was Sie schon immer wissen wollten 2017: Gruppe "Leistungsfähigkeit von Schülern" - Linientest

Beispiel für einen „Linientest“

 
Die zweite Seminarfacharbeit des Abends wurde vorgestellt von Clara Kolbe und Jaqueline Mallee, die die Strahlenbelastung von Maronen und Schwarzwild im Raum Schleiz untersuchten. Richtungsweisend für ihre wissenschaftliche Arbeit war dabei die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich am 26. April 1986 ereignet hatte und durch Witterungsbedingungen und Luftzirkulation auch thüringischen Boden radioaktiv kontaminierte. Die beiden Schülerinnen untersuchten deshalb, wie bedenklich die Strahlenbelastung drei Jahrzehnte nach dem Unglück im Raum Schleiz ist – und kamen zu einem beruhigenden Ergebnis. Lediglich eine Probe überstieg den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert, nach den Hochrechnungen der Referierenden sei erst die Menge radioaktiver Isotope in mehr als 7 Tonnen Schwarzwild beziehungsweise Maronen tödlich. 

Anhand von Schwarzwild und Maronen testeten Clara Kolbe und Jaqueline Mallee die radioaktive Strahlenbelastung im Raum Schleiz.

 
Der Appetit auf beides verging den Anwesenden wohl aber mit der Präsentation der dritten Seminarfachgruppe des Abends. Juliane Grüner, Celine Knörnschild, Lea Krüger und Juliane Matthes demonstrierten die Resultate ihrer Untersuchungen zum Bakterienvorkommen in den Schultoiletten am hiesigen Gymnasium. Dabei stellten sie die Toiletten von Lehrern und Schülern – wobei Lehrertoiletten weniger gut abschnitten als erwartet – und von Damen und Herren gegenüber, sowohl im zeitlichen Verlauf eines Tages als auch im Etagenvergleich.

Ein weiterer Bestandteil ihrer Studien waren die Anbringung von Desinfektionsvorrichtungen und die anschließende Probenentnahme, wobei auffiel, dass bei konsequenter Nutzung der angebotenen Desinfektionsmittelspender an nahezu allen Messstellen die Zahl der festgestellten Bakterienkulturen zurückging. Die Gruppe wies darauf hin, dass die von ihnen erprobten Maßnahmen die Gefahr multiresistenter Keime bergen und empfahlen der Schulleitung, über Desinfektionsmittelspender in den Gängen der Schule nachzudenken.

Was Sie schon immer wissen wollten 2017: Hygiene - Bakterien

In ihren Proben stellten Juliane Grüner, Celine Knörnschild, Lea Krüger und Juliane Matthes verschiedene Bakterien und Pilze fest.

 
In Bezug auf die seit Kurzem in den Schultoiletten fest installierten Stoffhandtuchrollen bilanzierten die Vortragenden unter Berufung auf eine britische Studie, dass diese weniger hygienisch seien als die zuvor angebotenen Papierhandtücher, wohl aber besser als Heißlufttrockner. Extreme Messwerte erhielten die vier Schülerinnen in den ebenfalls von ihnen untersuchten Medienkabinetten des Gymnasiums.

Alle Vorträge wurden musikalisch umrahmt durch Beiträge von Schülern unseres Gymnasiums. Zum Abschluss sprachen die Fachschaft Seminarfach und die Sparkasse ihre Anerkennung für die besonderen Leistungen der Schülerinnen aus, die sich nun auf ihre Abiturprüfungen vorbereiten.